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Sofort wurde Alexander intensiv-medizinisch versorgt, denn er hatte inzwischen das Bewusstsein verloren. „Schocksymptome“, „Gerinnungsstörung“, „Organversagen“ waren die Begriffe, die wir zwar hörten, aber in ihrer Auswirkung nicht annähernd einordnen konnten oder wollten.
Alexander wurde ins künstliche Koma versetzt. „Sie müssen damit rechnen, dass Alexander die Nacht nicht übersteht“, erklärte uns der diensthabende Arzt. Wir waren fassungslos – wenn es für unseren Zustand überhaupt eine passende Bezeichnung gibt.
Im Geist sahen wir Alexander noch mit seinen Geschwistern fröhlich im Garten spielen. Die folgenden Tage und Wochen glichen einer Achterbahnfahrt. Therapien, Rückschläge, Hoffnung, Verzweiflung.
Alexanders Leben konnte gerettet werden. Dennoch ist ihm eine Behinderung geblieben, die sein Leben immer prägen wird: Infolge der Meningokokken-Sepsis mussten ihm beide Unterschenkel und ein Teil seiner linken Hand amputiert werden.
Heute, 4 Jahre nach der Infektion, geht Alexander wie jedes andere Kind in die Schule. Wir konnten durchsetzen, dass er eine „normale“ Schule besuchen kann. Er ist gut integriert und kann sogar schon ein wenig lesen. Bis heute wissen wir nicht, wo er sich damals angesteckt hat. Weder Vanessa, Sebastian oder wir waren infiziert.
Mit seinen Prothesen wird Alexander seinen Weg gehen. Da sind wir sicher – auch, wenn es ein beschwerlicherer Weg sein wird als der Weg der meisten anderen Kinder. Dennoch sind wir dankbar, dass er gerettet werden konnte, und empfingen jeden noch so kleinen Entwicklungsschritt als Geschenk.


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